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Aktuelles

16.08.2010

Weniger Frauen sterben an Brustkrebs

Brustkrebssterblichkeit europaweit gesunken

Frauen sterben heute seltener an Brustkrebs als in den 80er Jahren. Das geht aus einer Analyse internationaler Sterblichkeitsregister der World Health Organization (WHO) hervor. In einer Studie wurden Daten für die Zeit zwischen 1989 und 2006 aus dreißig europäischen Ländern ausgewertet. Es zeigte sich, dass die Sterblichkeit in den meisten europäischen Ländern zurückgegangen ist. In Deutschland ist die Brustkrebs-Sterberate um 21 Prozent gesunken, um rund ein Fünftel. Während vor zwanzig Jahren noch 31 von 100.000 Frauen pro Jahr an Brustkrebs starben, waren es 2006 nur noch 26 von 100.000. Am deutlichsten war der Rückgang der Todesfälle in der Altersgruppe bis fünfzig Jahre. Unter Frauen vor den Wechseljahren ist die Sterblichkeit um 46 Prozent zurückgegangen, also fast um die Hälfte.

Unterschiede innerhalb Europas

Insgesamt fanden die Autoren der Studie große Unterschiede hinsichtlich der Brustkrebssterblichkeit in den einzelnen Ländern. In Luxemburg, England, Wales und Island ist die Sterblichkeit um 34 bis 45 Prozent zurückgegangen. Hier war die Sterblichkeit zu Beginn des untersuchten Zeitraums allerdings auch noch besonders hoch gewesen. Weitere Faktoren, die in allen Ländern mit sinkender Krebssterblichkeit eine Rolle spielten, waren ein intensiveres Brustkrebs-Screening durch Mammographie, eine bessere Verfügbarkeit von Krebsmedikamenten und insgesamt verbesserte Therapiemöglichkeiten sowie Veränderungen im Gesundheitswesen.

In Rumänien hingegen ist die Brustkrebssterblichkeit sogar um siebzehn Prozent angestiegen. Die Autoren erklären sich dies unter anderem mit Veränderungen des Lebensstils nach dem Zusammenbruch des Kommunismus: Risikofaktoren wie Übergewicht und Adipositas haben zugenommen. Außerdem bekommen die Frauen seltener und später Kinder - frühe Schwangerschaften und das Stillen der Kinder gelten als Schutzfaktor vor einer Brustkrebserkrankung.

Die Autoren erwarten für Europa einen weiteren Rückgang der Brustkrebssterblichkeit . Insgesamt gleichen sich die Sterberaten in den einzelnen europäischen Ländern allmählich an.

Zum Weiterlesen

Die Studie mit den ausgewerteten Daten der World Health Organization ist im British Medical Journal veröffentlicht worden (BMJ 2010; 341:c3620). Im Internet findet sich eine frei zugängliche Zusammenfassung auf Englisch unter www.bmj.com/cgi/content/full/341/aug11_1/c3620.

Eine Kurzzusammenfassung auf Deutsch ist in der Ärzte-Zeitung zu lesen, online unter: www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/krebs/mamma-karzinom/article/614860/seit-1989-sterben-20-prozent-weniger-frauen-brustkrebs.html.

Mehr zur Entwicklung der Brustkrebshäufigkeit und den Erfolgsaussichten für Patientinnen hat der Krebsinformationsdienst im Text „Brustkrebs“ zusammengestellt.

Weitere Faktoren werden im Kapitel „Risiko und Vorbeugung“ sowie im Kapitel „Früherkennung“ erläutert.

Hintergrundinformationen über Krebsregister und ihre Aufgabe bietet der Text "Krebsregister: Warum Zählen so wichtig ist".

Eine Einführung in den Umgang mit statistischen Werten findet sich in dem Artikel: "Krebsstatistiken: Wie häufig ist Krebs in Deutschland?"


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